° Steigender Meeresspiegel, Sturmfluten, Tsunamis - weil der Klimawandel die Malediven bedroht, sucht der künftige Präsident des Inselstaates eine neue Heimat für seine Landsleute. Für den Umzug bleibt nur noch wenig Zeit.
Paris (AFP) — Unterirdische Wassermassen beschleunigen die von der Erderwärmung verursachte Eisschmelze in der Antarktis sowie in Grönland und somit auch den Anstieg der Ozeane. Die Schmelze des Byrd-Gletschers in der Antarktis erhöhte sich zwischen Dezember 2005 und Februar 2007 gegenüber dem Durchschnittswert des vorangegangenen Jahrzehnts um zehn Prozent, wie US-Wissenschaftler laut einer Studie im Wissenschaftsmagazin "Nature Geoscience" feststellten. Die Beschleunigung habe begonnen, als aus zwei unterirdischen Seen etwa 200 Kilometer oberhalb des Gletschers rund 1,7 Kubikkilometer Wasser ausgelaufen seien.
Dies habe eine unterirdische Überschwemmung verursacht, erläuterte der Leiter des Forschungsteams, Leigh Stearns von der Universität Maine, in der am Sonntag online veröffentlichten Studie. Für ihre Messungen nutzten die Wissenschaftler Erhebungen des 2003 lancierten Satelliten ICESat der Nasa, der unter anderem die Entwicklung der Eisbänke verfolgt.
Dabei wurde unter den Eisbänken ein Netz aus Wasserläufen entdeckt, in das regelmäßig große Wassermengen aus unterirdischen See fließen. "Das Wasser wirkt wie ein Gleitmittel - es reduziert die Reibung an der Oberfläche und beschleunigt so das Abschmelzen von Eis", erläuterte Helen Fricker vom Ozeanographischen Institut Scripps in La Jolla im US-Bundesstaat Kalifornien.
Die Geschwindigkeit der Eisschmelze in der Antarktis und in Grönland, die vor allem auf die Erderwärmung zurückgeführt wird, wirkt sich direkt auf den Anstieg der Ozeane aus. Derzeit steigt der Wasserpegel jährlich um etwa drei Millimeter, was die Bevölkerung zahlreicher kleinerer Inseln gefährdet.
Die UN-Expertengruppe für Klimaforschung (IPCC) hatte vergangenes Jahr vor einem Anstieg der Ozeane um 18 bis 59 Zentimeter bis zum Jahr 2050 gewarnt. Diese Prognose beruht aber nur auf der Ausdehnung der Wassermengen aufgrund der Erwärmung. Die Auswirkungen unterirdischer Überschwemmungen, die das Tempo noch beschleunigen könnten, wurden dabei nicht berücksichtigt.
° Berlin (dpa) - Nach den dramatischen Ergebnissen des WWF-Weltzustandsberichts hat die Umweltstiftung Politik und Bevölkerung gleichermaßen zu mehr Umweltschutz aufgerufen: «Wir brauchen ein drastisches Umdenken in der Umweltpolitik, aber auch im alltäglichen Handeln jedes Einzelnen».
Das sagte WWF-Naturschutzdirektor Christoph Heinrich am Mittwoch. «Jeder kann etwas für den Naturschutz tun, ohne an Lebensfreude einzubüßen.» Es sei wichtig, dass Industrie, Gebäude und Fahrzeuge energieeffizienter gestaltet würden. Außerdem müsse die Energieherstellung in den nächsten Jahren auf erneuerbare Energien umgestellt werden.
Der «Living Planet Report 2008» der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) beschreibt die Ausbeutung der Erde. Verglichen mit der vorangegangenen Studie von 2006 habe sich die Situation noch einmal drastisch verschärft, heißt es darin. Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie bisher weiter steigt, werden den Experten zufolge bereits im Jahr 2035 rechnerisch zwei Planeten nötig sein, um den weltweiten Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Der Report 2006 hatte dafür noch eine Frist bis 2050 errechnet. Schon Privathaushalte können laut Heinrich viel zum Schutz der Erde tun - beispielsweise mit Energiesparlampen, gut gedämmten Häusern, Hybridautos und weniger Flugreisen. «Es soll keiner frieren, wir werden weiterhin einen hohen Lebensstandard haben», sagte der Experte. «Doch wir alle müssen die natürlichen Ressourcen klüger nutzen.»
Außerdem sollte jedes Haus mit modernen Heiz- und Lüftungssystemen ausgestattet sein, um den Energieverbrauch zu senken, sagte Heinrich. Ziel müssten sogenannte Passiv-Energiehäuser sein, die ohne Gas-, Öl- oder Holzheizung auskämen und selbst im Winter auf Sonnenenergie zurückgreifen könnten. «Deutschlandweit gibt es schon tausende dieser Häuser, doch wir wünschen uns, dass ab dem Jahr 2020 alle Neubauten nach diesem Prinzip errichtet werden.»
Wichtig sei auch das auf Nachhaltigkeit bedachte Handeln der Fabriken. «Sie müssen schon bald mit weniger Energie auskommen und ihre Abfallmenge vermindern», sagte der WWF-Experte. Deutschland stehe im internationalen Vergleich zwar ganz gut da, doch Länder wie Japan seien auf diesem Gebiet noch weiter.
° WWF warnt vor globaler Umweltkrise ° Der globale Raubbau an der Erde wird laut WWF immer dramatischer. Das geht aus dem "Living Planet Report 2008" der Umweltstiftung hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Verglichen mit der vorangegangenen Studie von 2006 habe sich die Situation noch einmal drastisch verschärft, heißt es darin.
Ressourcen würden immer schneller verbraucht. "Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel", warnte der Naturschutzdirektor des Worldwide Fund for Nature, Christoph Heinrich. Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weiter gehe, würden bereits im Jahr 2035 theoretisch zwei Planeten benötigt, um den weltweiten Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Der Report 2006 hatte dafür noch eine Frist bis 2050 errechnet. Der WWF fordert deshalb dringend weltweite Maßnahmenpakete für Nachhaltigkeit.
Artenvielfalt schrumpft weiter
Auch die Artenvielfalt schrumpft laut WWF weiter bedrohlich: Der Living-Planet-Index misst die Bestände von fast 1700 Wirbeltierarten in aller Welt - er hat sich in den vergangenen 35 Jahren fast um ein Drittel verschlechtert. Während die Abnahme mancherorts in den gemäßigten Klimazonen ein Ende gefunden hat, zeigt der gesamte Index weiter einen rasanten Rückgang. "Die ökologische Krise wird uns um ein vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden", so Heinrich. Verantwortlich dafür seien neben dem stark steigenden Ressourcenverbrauch vor allem die weltweite Abholzung, Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung.
Deutschland ist ein "ökologischer Schuldner"
Mehr als drei Viertel der Menschheit lebten mittlerweile in Ländern, die "ökologische Schuldner" seien - das heißt, der nationale Konsum übersteige die Biokapazität des Landes, warnte James P. Leape, Generaldirektor von WWF International. Deutschland steht bei diesem "ökologischen Fußabdruck" im internationalen Vergleich auf Rang 30. Damit liegt es hinter Großbritannien, Frankreich und Österreich, aber deutlich über dem globalen Mittelwert. Deutschland gehört laut WWF somit zu den 50 "ökologischen Schuldnern" auf der Welt. Den größten "Fußabdruck" haben die USA und China. Der ökologische Fußabdruck ist eine komplexe Messgröße für die Inanspruchnahme von Ökosystemen und Arten.
°°° Die Erde in Not
°°°
Bis 2020 müsse vor allem im Energiesektor eine Trendwende eingeleitet sein, denn die Energieproduktion durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Erdgas habe 2005 fast 45 Prozent des weltweiten ökologischen Fußabdrucks ausgemacht, erläuterte der WWF. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz in Industrie, Gebäuden und Verkehr sowie der stufenweisen Schadstoff-Reduzierung fossiler Brennstoffe durch mehr Kohlendioxidabscheidung und - speicherung sei es jedoch bis 2050 möglich, den weltweiten Energiebedarf zu decken und zugleich den CO2-Ausstoß um 60 bis 80 Prozent zu reduzieren, heißt es im WWF Climate Solutions Model.
° Geophysiker messen seit 2007 einen sprunghaften Anstieg des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre. Das könnte den Klimawandel beschleunigen.
Die Menge des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre stieg im Jahr 2007 erheblich. Dies ergab eine Studie von Geophysikern des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie beruht auf Daten von Luftproben, die ein globales Netzwerk von Messstationen der US-Raumfahrtbehörde Nasa von 1997 bis April 2008 sammelte. Damit, so die Studienautoren, ende eine Dekade, in der die Konzentration des Stoffs relativ stabil blieb. Die starke Zunahme könnte die globale Erwärmung künftig noch beschleunigen.
Um 1800, also in vorindustrieller Zeit, betrug die Methanmenge 700 Teilchen pro Milliarde Luftteilchen (kurz: ppb, von englisch „parts per billion“). Seither hat sie sich mehr als verdoppelt. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2006 lag der globale Durchschnittswert bei 1773 ppb. „Unsere Messungen zeigen jedoch, dass die Konzentration im vergangenen Jahr sprunghaft um zehn ppb auf 1783 ppb anstieg“, erklärt Studienhauptautor Matt Rigby.
Methan wirkt als Treibhausgas 25-mal stärker als Kohlendioxid (CO2). Deshalb ist es für 20 Prozent der bislang gemessenen und künftig zu erwartenden globalen Erwärmung verantwortlich, obwohl seine Konzentration in der Luft um etwa den Faktor 4600 geringer ist als die von CO2, dem die Klimatologen einen Anteil von 60 Prozent am vom Menschen verursachten Treibhauseffekt zuschreiben. Das farb- und geruchlose Gas entsteht in Sümpfen, Reisfeldern und im Verdauungstrakt von Rindern, wird aber auch in großen Mengen aus Kohlegruben sowie bei der Erdgasproduktion freigesetzt.
Andererseits wird es von bestimmten Molekülen – so genannten Hydroxyl-Radikalen – zerstört. Sie dienen als eine Art Waschmittel, das die Erdatmosphäre von Schadstoffen reinigt. Nachdem die atmosphärische Konzentration von Methan so lange konstant geblieben war, glaubten die Forscher, zwischen Emissionen und dem Abbau von Methan habe sich ein Gleichgewicht eingestellt. Die neuen Messungen zeigen jedoch, dass diese Balance seit dem Frühjahr 2007 gestört ist. Dadurch häuften sich in der Folgezeit mehrere Millionen Tonnen zusätzliches Methan in der Atmosphäre an. „Dies ist besorgniserregend, weil das stabile Niveau des Methan half, die starken Zuwächse bei den CO2-Emissionen wenigstens teilweise zu kompensieren“, konstatiert der Klimatologe Drew Shindell vom Goddard Institute for Space Studies der Nasa in New York. „Steigt die Methanmenge weiterhin so stark an, geht dieser Ausgleichseffekt verloren.“
Methankonzentration steigt überall
Zur Überraschung der Forscher stellte sich heraus, dass die Methankonzentration in beiden Hemisphären des Globus simultan zunahm. Dabei liegen die Hauptquellen des Gases auf der Nordhalbkugel. Normalerweise dauert es über ein Jahr, bis sich durch globale Luftströmungen die dort emittierten Mengen mit der Luft so durchmischt haben, dass sich ein globaler Mittelwert einstellt. In der nördlichen Hemisphäre sind vermutlich Sümpfe und Feuchtgebiete in Sibirien die größten Emittenten. Dort nahm durch die ungewöhnlich hohen Temperaturen im vergangenen Jahr die Aktivität Methan erzeugender Bakterien deutlich zu.
In dieses Bild passt auch eine Beobachtung, die Wissenschaftler einer schwedisch-russischen Expedition Mitte September an Bord der „Jacob Smirnitskyi“ machten. Das Forschungsschiff fuhr im Rahmen der „Internationalen Sibirischen Schelf-Studie 2008“ an der Nordküste Russlands entlang. Unterwegs schien das Meer immer wieder zu kochen, an der Wasseroberfläche zerplatzten Gasblasen. Seismische und Echolotmessungen ließen erkennen, dass das Gas in regelrechten Schloten nach oben strömte – offenbar verlief seine Freisetzung in der Tiefe recht schnell und ungezügelt.
Wo Methan aus dem Meeresboden blubbert
Bald hatte die Forschergruppe herausgefunden, was da in großen Mengen emporblubberte. Es war der Klimakiller Methan. In den nördlichen Schelfgebieten liegt er eigentlich als sogenanntes Gashydrat vor. Dieses Eis-Methan-Gemisch lagerte bislang sicher am Meeresgrund. Allein auf dem sibirischen Kontinentalschelf könnte es Vorkommen von 540 Milliarden Tonnen geben. Das Problem ist, dass der dauerhaft gefrorene Ozeanboden wegen der Erderwärmung aufzutauen droht. Dann wird das Hydrat instabil und zersetzt sich, dabei wird das Methan frei.
Offenbar hat dieser Prozess bereits begonnen. Darauf deuten nicht nur die Beobachtungen der Polarforscher an Bord der „Jacob Smirnitskyi“ hin, die an mehreren Stellen in der Laptew-See – darunter ein Meeresgebiet nahe der Lena-Mündung – sowie in Teilen der Ostsibirischen See massiv erhöhte Gaskonzentrationen in Wasser und Luft maßen. Bereits 2007 hatte ein internationales Forscherteam berichtet, dass nordsibirische Seen 3,8 Millionen Tonnen Methan pro Jahr freisetzen. Dies würde die bislang auf sechs bis 40 Millionen Tonnen geschätzten Emissionen aus arktischen Sumpfgebieten um zehn bis 63 Prozent erhöhen.
Würde das gesamte in der Arktis gespeicherte Methan in die Luft gelangen, könnte sich nach Berechnungen russischer Forscher seine Konzentration in der Erdatmosphäre verzwölffachen. Dies gäbe der globalen Erwärmung einen starken Schub, wodurch weiteres Methan aus dem Arktischen Ozean frei werden würde. Ein Teufelskreis entsteht, Klimatologen sprechen von einer „positiven Rückkopplung“. Die Zersetzung der Methanhydrate im Permafrostboden gilt ihnen als einer von 15 sogenannten Kipppunkten, die sie bisher identifizieren konnten. Überschreiten die zugehörigen Treibhausprozesse diese Punkte, könnte das Klima der Erde umkippen.
Atmosphäre aus dem Gleichgewicht
So weit gehen die Befürchtungen der MIT-Forscher indes noch nicht. Denn der Umstand, dass es auf der Nordhalbkugel der Erde eine mächtige Methanquelle zu geben scheint, auf der Südhalbkugel jedoch nicht, lenkte ihren Verdacht in eine andere Richtung: Möglicherweise nahm in der Atmosphäre die Menge des Waschmittels Hydroxyl ab, das Methan und andere Schadstoffe unschädlich macht, In diesem Fall wären, wie Modellrechnungen zeigen, die gemessenen Konzentrationen des Gases fast ganz ohne neue Emissionen zustande gekommen.
Auch sollte es auf der Nordhalbkugel in größeren Mengen vorliegen, weil sich dort durch Reaktionen mit anderen Luftschadstoffen mehr Hydroxyl verzehrt als im Süden. Folglich können die Methanmoleküle in der Nordhemisphäre länger in der Luft überleben. Zumindest teilweise, so Geophysiker Rigby, lasse sich die beobachtete ungleiche Verteilung auf diese Weise erklären.
In einem nächsten Schritt wollen Rigby und seine Kollegen nun endgültig herausfinden, was die Methankonzentration in der Atmosphäre so stark ansteigen ließ. „Es könnte eine Überlagerung beider Effekte geben“, sagt er. Erst dann werde man wissen, ob es sich um eine kurzfristige Anomalie oder einen dauerhaften Anstieg handle. Dann ließe sich auch einschätzen, welche Gefahr dem Klima durch das Gas wirklich droht (Anmerkung der Blog-Redaktion 'Die Herausforderung an Alle - WWF Report: Erst schmilzt das Eis, dann bricht der Golfstrom ab und danach kommt die nächste Eiszeit).
Es gibt Zeiten in der Geschichte unseres Landes, in denen unser ganzes Leben davon abhängt, ob wir Illusionen abbauen und eine gegenwärtige Gefahr erkennen können. In solchen Momenten werden wir gezwungen, schnell zu handeln und mutig Gleichgültigkeit und alte Gewohnheiten abzuschütteln und uns mit offenen Augen und aufmerksam der Notwendigkeit tiefgreifender Änderungen zu stellen. Die Leute, die aus welchem Grund auch immer sich weigern, ihren Teil dazu beizutragen, müssen entweder überzeugt werden, mitzuarbeiten oder aber beiseite zu treten. An einem solchen Punkt stehen wir jetzt. Das Überleben der Vereinigten Staaten von Amerika, wie wir sie kennen, ist gefährdet.
Und wenn es noch weiterer Gründe bedarf, die Zukunft der zivilisierten Menschheit steht auf dem Spiel.
Ich kann mich keiner Zeit in unserem Land erinnern, in der gleichzeitig so vieles schief ging wie im Moment. Unsere Wirtschaft ist in einem schrecklichen Zustand und der Trend geht weiter abwärts, Benzinpreise und Stromkosten schiessen dramatisch in die Höhe, Arbeitsplätze verschwinden, Hypotheken können nicht mehr bedient werden und Banken, Autohersteller und andere Institutionen, auf die wir angewiesen sind, stehen zunehmend unter Druck. Angesehene und erfahrene Wirtschaftsexperten sagen, daß dies nur der Anfang ist, es sei denn, wir haben den Mut zu bedeutenden Änderungen, und zwar schnell.
Vor allem die Klimakrise verschlimmert sich zusehends und sehr viel schneller als vorausgesehen. Wissenschaftler mit Zugriff auf Daten von Marineunterseeboten, die sich unterhalb der Nordpoleisdecke bewegen, warnen vor einer 75%igen Möglichkeit, daß innerhalb der nächsten 5 Jahre die gesamte Eisdecke in den Sommermonaten verschwinden könnte. Dies wird die Schmelzgefahr für Grönland weiterhin steigern. Wissenschaftler behaupten, daß der Jacobshavngletscher, einer der größten Grönlands, sich schneller bewegt als je zuvor und dabei 20 Millionen Tonnen Eis pro Tag verliert, was dem Jahreswasserverbrauch der Einwohner von New York entspricht.
In zwei wichtigen Studien warnen Experten des Militärgeheimdienstes unsere Regierung vor gefährlichen Konsequenzen, die der Klimawandel für die Staatssicherheit mit sich bringen könne, einschließlich hunderttausender möglicher Klimaflüchtlinge, die die Staatengefüge der Welt aus dem Gleichgewicht bringen würden.
Gerade vor zwei Tagen warnten 27 hochrangige Staatsmänner und pensionierte Militärs vor einer wachsenden Gefahr für die nationale Sicherheit durch einen “Energie-Tsunami”, der ausgelöst würde, wenn der Zugang zu ausländischem Öl verloren ginge. In der Zwischenzeit wird der Krieg in Irak weitergeführt und der Krieg in Afghanistan scheint sich zu verschärfen.
Und übrigens, unser Wetter ist heutzutage recht eigenartig, finden Sie nicht auch? Es gibt mehr Tornados, längere Dürreperioden, schwerere Regenfälle und Rekordüberschwemmungen als seit Menschengedenken. Nie dagewesene Feuer brennen in Kalifornien und im Westen Amerikas. Höhere Temperaturen verursachen trockenere Vegetation, was wiederum die Entstehung von Riesenbränden nach sich zieht, solche wie wir sie in Kanada, Griechenland, Rußland, China, Südamerika, Australien und Afrika erlebt haben. Wissenschaftler des Instituts für Geophysik und Planetenkunde an der Universität von Tel Aviv informieren uns, daß pro Grad Temperaturanstieg, Blitzschläge um 10% zunehmen. Und es sind ja Blitze, die zum größten Teil verantwortlich sind für die Großbrände in Kalifornien. Wie vielen anderen Leuten scheint es mir, daß alle diese Probleme größer sind als die Lösungen, die bisher vorgeschlagen wurden, und das macht mir Sorgen.
Ich bin überzeugt davon, daß ein Grund, warum wir anscheinend angesichts dieser Krisen gelähmt sind, ist, weil wir dazu neigen, alte Lösungen für jede Krise separat anzubieten - ohne die anderen zu berücksichtigen. Diese veralteten Vorschläge waren nicht nur erfolglos, sondern meistens verschlimmerten sie die anderen Krisen auch noch. Doch wenn wir alle drei dieser scheinbar unlösbaren Herausforderungen gleichzeitig betrachten, erkennen wir den roten Faden, der alle drei verbindet, höchst ironisch in seiner Schlichtheit: unsere gefährliche Abhängigkeit von kohlebasierten Treibstoffen ist der Kern aller drei Krisen: Wirtschaft, Umwelt und nationale Sicherheit.
Wir borgen uns Geld von China, um Öl vom Persischen Golf zu kaufen das wir dann verbrennen und den Planeten zerstören. All das muß sich ändern. Aber wenn wir den roten Faden packen und kräftig dran ziehen, werden sich all diese komplexen Probleme entwirren und wir die Antwort in Händen halten.
Die Antwort lautet: Unsere Abhängigkeit von kohlebasierten Treibstoffen zu beenden.
Auf meiner Suche nach wirklich effektiven Maßnahmen gegen die Klimakrise habe ich eine Anzahl “Lösungs-Gipfelkonferenzen” mit Ingenieuren, Wissenschaftlern und Wirtschaftsführern einberufen. In diesen Diskussionen wurde ein Ding mehr als klar: wenn man die Punkte verbindet, wird es offensichtlich, daß die tatsächlichen Lösungen zur Klimakrise aus den gleichen Maßnahmen bestehen, die wir ergreifen müssen, um unsere Wirtschaft wiederzubeleben und den Fängen der stetig steigenden Energiepreise zu entkommen. Ferner sind es die gleichen Maßnahmen, die nötig sind, unsere nationale Sicherheit zu garantieren, ohne Krieg mit den Staaten des Persischen Golfes zu führen.
Was wäre, wenn wir Treibstoffe hätten, die nicht teuer sind, keine Verschmutzung verursachen und die noch dazu direkt hier bei uns zu Hause erhältlich sind?
Wir haben solche Treibstoffe. Wissenschaftler haben bekräftigt, daß alle 40 Minuten genug Solarenergie auf die Erdoberfläche fällt, um die ganze Erde ein Jahr lang zu 100% mit Energie zu versorgen. Nur eine Bruchteil dieser Solarenergie wird benötigt, um den totalen Energieverbrauch Amerikas zu garantieren.
Und genug Windenergie bläst jeden Tag durch den “Midwest Korridor”, die gleichfalls reichen würde, um Amerikas Energiebedarf 100%ig zu gewährleisten. Mit Geothermalenergie ist es gleichermaßen möglich, einen großen Anteil von Amerikas Energiebedarf zu decken.
Die Stromerzeugung ist die schnellste, billigste und beste Art, all diese erneuerbaren Energien zu nutzen. Tatsache ist, daß wir sofort anfangen können Solarenergie, Windenergie und geothermale Energie zu gebrauchen um Elektrizität für unsere Häuser und Geschäfte zu erzeugen.
Aber um dieses bedeutende Potential zu verwirklichen und die Probleme unserer Nation in der Tat zu lösen, müssen wir von vorne anfangen.
Darum schlage ich heute eine strategische Initiative vor, die so konzipiert ist, daß sie uns von den Krisen befreit, die uns unterdrücken und wir wieder Herr über unser eigenes Schicksal werden. Es ist nicht das Einzige, was wir tun müssen. Aber diese strategische Herausforderung ist Mittelpunkt einer kühnen neuen Strategie, um Amerika von neuem mit Energie zu versorgen.
Heute fordere ich unsere Nation dazu heraus, sich voll dafür einzusetzen, daß 100% unserer Elektrizität innerhalb von 10 Jahren aus erneuerbaren Energien und absolut kohlenstofffreien Quellen erzeugt werden. Dieses Ziel ist erreichbar, erschwinglich und bringt auf Dauer Veränderungen. Es ist eine Herausforderung an alle Amerikaner jeglicher Gesellschaftsschicht: an unsere Politiker, Unternehmer, Erfinder, Ingenieure und alle Bürger.
°°° Repower America with wind and solar
°°°
Vor ein paar Jahren war es noch nicht möglich diese Art Herausforderung zu thematisieren. Aber etwas hat sich verändert: die seit kurzem deutlich spürbare Kostensenkung bei Solar-, Wind- und Geothermalenergie in Verbindung mit dem dramatischen Preisanstieg bei Öl und Kohle, haben die Wirtschaftlichkeit von Energien grundlegend verändert.
Als ich vor 32 Jahren zum ersten Mal im US Kongreß saß, hörte ich die Experten sagen, daß, erneuerbare Energien konkurrenzfähig würden, wenn Öl einen Preis von $35 pro Barrel erreichen würde. Nun, heute ist der Preis pro Barrel über $135. Und tatsächlich, Investitionen von Milliarden fließen in die Entwicklung von konzentrierter Solarenergie, Photovoltaik, Windturbinen, geothermaler Einrichtungen und eine Menge anderer erfindungsreicher, neuer Wege, um unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern und Energie zu sparen, die früher verschwendet wurde.
Und mit steigender Nachfrage nach erneuerbaren Energien sinken die Kosten. Lassen Sie mich ein aufschlußreiches Beispiel nennen: Der Preis von Spezialsilicon, mit dem Solarzellen hergestellt werden, war vor kurzem noch $300 pro Kilogramm. Aber in den neusten Verträgen werden Preise von $50 pro Kilogramm genannt.
Wie sie wissen, haben wir das Gleiche mit Computerchips erlebt, die auch aus Silikon hergestellt werden. Der Preis für die gleiche Qualität verringerte sich alle 18 Monate um 50% - und das Jahr für Jahr, 40 Jahre lang.
Diejenigen, die einwenden, wir hätten noch nicht die Technologie, diese Resultate mit erneuerbaren Energien zu verwirklichen, bitte ich mit mir mit zu den Unternehmern zu gehen, die diese Fortentwicklung vorantreiben. Ich habe ihre Arbeit gesehen und habe keine Zweifel daran, daß wir uns dieser Herausforderung stellen können.
Die, die immer noch sagen die Kosten seien zu hoch: bitte ich zu bedenken, ob die Kosten von Öl und Kohle jemals aufhören werden zu steigen, wenn wir uns weiterhin auf die sich schnell erschöpfenden Energieressourcen verlassen, um den rasant steigenden Bedarf auf der ganzen Welt zu decken. Wenn der Bedarf nach Öl und Kohle zunimmt, steigen die Preise. Bei zunehmender Nachfrage nach Solarzellen werden diese oft billiger.
Wenn wir Geld in andere Länder überweisen um 70% des Öls zu kaufen, das wir jeden Tag brauchen, bauen diese Länder neue Hochhäuser, und wir verlieren Arbeitsplätze. Wenn wir dieses Geld gebrauchten, um Solaranlagen und Windturbinen zu bauen, würden wir konkurrenzfähige Industrien schaffen und Arbeitsplätze hier zu Hause gewinnen.
Natürlich gibt es solche, die das anzweifeln. Manche der Stimmen sind die, die den gegenwärtigen Stand der Dinge verteidigen - die, die davon profitieren, wenn das gegenwärtige System beibehalten würde, koste es was es wolle. Aber auch diejenigen, die die Profite des Kohlezeitalters einstreichen, müssen seinen unvermeidlichen Untergang erkennen. Wie ein OPEC Ölminister sagte: “ Die Steinzeit endete nicht, weil die Steine knapp wurden”.
Diejenigen, die meinen, daß 10 Jahre nicht genügen, bitte ich mit allem Respekt zu bedenken, was die Wissenschaftler der Welt uns über die Risiken sagen, wenn wir nicht innerhalb von 10 Jahren etwas unternehmen. Die führenden Experten sagen Voraus, daß wir weniger als 10 Jahre haben, um dramatische Änderung in der globalen Umweltverschmutzung und Erderwärmung durchzuziehen, damit wir uns von dieser Umweltkrise erholen. Wenn der Verbrauch von Öl und Gas steigt, steigt die Umweltverschmutzung. Wenn der Gebrauch von Solar, Wind- und geothermaler Energie steigt, wird Umweltverschmutzung reduziert.
Denen, die sagen, daß die Herausforderung politisch nicht durchführbar ist, rate ich, vor das amerikanische Volk zu treten und zu versuchen, den aktuellen Stand zu verteidigen. Dann wird man sich von dem Verlangen der Bürger nach Veränderungen überzeugen können.
Ich zum Beispiel glaube nicht, daß unser Land noch weitere 10 Jahre den gegenwärtigen Stand der Dinge verkraften kann. Unsere Familien können keine weiteren 10 Jahre den Preisanstieg von Treibstoff aushalten. Unsere Arbeiter können keine weiteren 10 Jahre Arbeitsplatzverluste und Produktionsauslagerungen verkraften. Unsere Wirtschaft kann es nicht weitere 10 Jahre vertragen, daß alle 24 Stunden $2 Millionen Dollar in fremde Länder überwiesen werden, um Öl zu kaufen. Und unsere Soldaten und deren Familien können keine weiteren 10 Jahre ertragen, mit immer neuen Truppeneinsätzen in Gefahrenzonen, wo es zufälligerweise große Ölvorkommen gibt.
Was könnten wir statt dessen in den den nächsten 10 Jahren tun? Was sollten wir tun? Die größten Errungenschaften unserer Nation ergaben sich durch den Einsatz für ein Ziel, daß der nächsten Wahl übergeordnet war: der Marshall Plan, die Soziale Sicherheit, das Interstate Bundesstrassennetz. Aber ein politisches Versprechen, etwas in 40 Jahren zu tun, wird nirgends beachtet weil jeder weiß, daß es nichts bedeutet. 10 Jahre sind ungefähr die Höchstgrenze, in denen wir als Nation ein Ziel im Auge behalten können, um die Vorgabe zu erreichen.
Als Präsident John F. Kennedy unsere Nation aufforderte, innerhalb von zehn Jahren einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurückzubringen, haben viele Menschen bezweifelt, ob wir dieses Ziel erreichen können. Aber acht Jahre und zwei Monate später landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond.
Es ist wahr - wenn wir innerhalb von 10 Jahren das Ziel einer 100%igen erneuerbaren und wirklich sauberen Energie erreichen wollen, bedeutet es daß wir viele Hindernisse überwinden müssen. Im Moment zum Beispiel haben wir kein einheitliches nationales Netz, das ausreichend entwickelt ist, um Gegenden wo die Sonne scheint und der Wind weht, mit den Städten im Westen und Osten, die den Strombedarf haben, zu verbinden. Unser nationales Elektrizitätsnetz ist eine entscheidende Infrastruktur, so lebensnotwendig für eine gesunde und gewährleistete Wirtschaft wie unsere Schnellstrassen und Telekommunikationsnetze. Die heutigen Netze sind veraltet, schwach und ungenügend geschützt gegen Betriebsausfall. Stromausfälle und Defekte im derzeitigen Netz kosten die amerikanischen Unternehmen mehr als $120 Millionen Dollar im Jahr. Es muß also sowieso verbessert werden.
Wir können außerdem den Wert und die Arbeitsleistung des “Unified National Grid” Systems steigern, indem wir unseren sich abrackernden Autoproduzenten helfen, umzusteigen auf die Anfertigung von elektrischen Autos. Ein Fuhrpark von elektrischen Fahrzeugen würde die Fahrtkosten deutlich senken, die Luftverschmutzung reduzieren und die Flexibilität des Elektrizitätsnetzes steigern. Gleichzeitig müssen wir uns natürlich mehr einsetzen für Effizienz und Naturschutz. Dies ist die beste Investition, die wir machen können.
Amerikas Übergang zu erneuerbaren Energiequellen muß auch entsprechende Maßnahmen einschließen, jenen Amerikanern zu helfen, die ungerechterweise leiden müßten. Zum Beispiel müssen wir an diejenigen denken, die unter gefährlichen Umständen gearbeitet haben, um unseren jetzigen Energiebedarf zu decken. Für jene Bergarbeiter, die in der Kohleförderung beschäftigt waren und jetzt durch die Auswirkungen auf die Kohleindustrie freigesetzt werden, sollten wir gute Arbeitsplätze in Sonne und frischer Luft garantieren. Und dieses für jeden einzelnen.
Natürlich könnten und sollten wir auch diese Veränderungen beschleunigen, indem wir darauf bestehen, daß die Kosten der Umweltschäden, die durch kohlebasierte Energie entstehen, im Stromtarif inbegriffen sind. Ich bin schon lange für eine drastische Reduzierung der Lohnsteuern gewesen, die Differenz würde von Steuern auf CO2-Emissionen wieder wettgemacht. Wir sollten besteuern, was wir verbrennen, nicht was wir verdienen. Dies ist die wichtigste Grundsatzänderung, die wir einführen könnten.
Um internationale Zusammenarbeit zu fördern, ist es außerdem notwendig, daß die Vereinigten Staaten sich wieder der globalen Gemeinschaft anschließen und sich bemühen, im Dezember nächsten Jahres in Kopenhagen ein internationales Abkommen in die Wege zu leiten, in dem die Obergrenze der CO2-Emission festgelegt wird, und außerdem eine globale Partnerschaft angestrebt wird, die die Notwendigkeit erkennt, daß die Bekämpfung äußerster Armut und Krankheit Teil des weltumfassenden Programms sein muß, um die Klimakrise zu bewältigen.
Bei der Herausforderung, in 10 Jahren 100% erneuerbare Elektrizität zu produzieren, ist natürlich das größte Hindernis die extreme Fehlfunktion unserer Politik und unseres Selbstverwaltungssystems, so wie es im Moment besteht. In den vergangenen Jahren bestanden unsere Taktiken aus schrittweisen Vorschlägen, kleineren Vorschriften, die so konzipiert waren, daß sie bestimmte Interessengruppen nicht verärgern würden. Unsere Demokratie ist erstarrt zu einer Zeit, da diese Krisen Mut verlangen.
Es muß ein wirklich dysfunktionales System sein, das die perverse Logik vertritt, daß die kurzfristige Antwort auf die hohen Benzinpreise die ist, daß man in 10 Jahren eben mehr Öl fördern müsse.
Bin ich der Einzige, der es merkwürdig findet, daß unsere Regierung allzu oft eine sogenannte Lösung für ein Problem findet, die absolut nichts mit dem Problem zu tun hat? Wenn Leute zu Recht gegen zu hohe Benzinpreise protestieren, schlagen wir vor, mehr Geld an die Ölkonzerne zu zahlen und erwarten, daß sie dadurch die Ölpreise senken werden. Nichts dergleichen wird geschehen, und jeder weiß das. Wenn wir immer nur auf die gleichen Taktiken zurückgreifen, die noch nie funktioniert haben, und dabei verantwortlich sind für die höchsten Benzinpreise aller Zeiten, zusammen mit den höchsten Profiten der Ölgesellschaften, dann sollte niemand sich wundern, daß wir immer wieder die gleichen Resultate sehen. Aber der Kongreß scheint sich trotzdem wieder in die gleiche Richtung zu bewegen, weil manche Politiker durch Lobbyisten mit eigenen Interessen bestürmt werden, die wissen, wie sie das System für sich arbeiten lassen können, anstatt für die Bürger Amerikas.
Wenn Sie die Wahrheit über die Benzinpreise wissen wollen, hier ist sie: Die explodierende Nachfrage nach Öl, besonders in Regionen wie China, übersteigt die Anzahl neuer Vorkommen so sehr, daß die Ölpreise praktisch mit Sicherheit weiter steigen werden, egal was die Ölgesellschaften versprechen. Und Politiker können die Benzinpreise kurzfristig nicht senken. Allerdings gibt es eine außerordentlich wirkungsvolle Methode, die Kosten für Autofahren innerhalb weniger Jahre drastisch zu senken. Um Kraftstoffpreise zu senken, müssen wir unabhängig vom Öl werden und erneuerbare Energiequellen nutzen, wo wir dann für $1 eine Gallone Benzin kaufen können.
Viele Amerikaner fragen sich, ob wir einfach unseren Appetit auf mutige Lösungsstrategien verloren haben. Und solche, die behaupten zu wissen, wie unser heutiges politisches System funktioniert, meinen, wir könnten ebensogut die Hoffnung aufgeben, dieses politische System würde irgendwas Gewagteres angehen, vor allem, wenn es den Wünschen besonderer Interessen zuwiderläuft. Und ich muß zugeben, daß es tatsächlich so zu laufen scheint. Aber inzwischen höre ich in diesem Land auch Stimmen von Menschen, die die kleinen Schritte und die Politik der Einzelinteressen nicht nur satthaben, sondern die sich nach einer neuen, anderen und mutigeren Vorgehensweise sehnen.
Wir stehen unmittelbar vor einer Wahl. Wir sind mitten in der Erarbeitung eines internationalen Klimaübereinkommens; diese Aufgabe wird vor Ende des ersten Jahres der Amtsperiode des neuen Präsidenten beendet sein. Es ist ein großer Irrtum anzunehmen, die Vereinigten Staaten sollten warten, bis andere sich ihnen anschließen. Tatsächlich sollten wir zuerst handeln, denn nur so wird es gelingen, daß andere sich anschließen; und zuerst handeln ist auch in unserem nationalen Interesse.
Somit bitte ich Sie, mich zu unterstützen, und alle, auf welcher Ebene auch immer, anzusprechen, um diese Herausforderung anzunehmen, daß Amerika innerhalb von 10 Jahren zu 100 Prozent kohlefreie Energie gebrauchen wird. Es wird Zeit, daß wir aufhören, leere Phrasen zu dreschen. Wir müssen JETZT handeln.
Dies ist ein wichtiger Moment für unsere Generation. Der Moment, in dem wir unseren eigenen Weg sowie unsere kollektive Zukunft bestimmen. Ich bitte Sie - jeden von Ihnen - schließen Sie sich mir an, um diese Zukunft zu gestalten. Beteiligen Sie sich an der “WE” Aktion bei wecansolveit.org. Wir brauchen Sie. Und wir brauchen Sie jetzt. Wir setzen uns dafür ein, nicht nur Glühbirnen auszuwechseln, sondern Gesetze zu verändern, und Gesetze kann man nur durch einen anderen Führungsstil verändern.
Im Juli 1969 waren die Vereinigten Staaten endlich so weit, Präsident Kennedys Herausforderung anzunehmen, einen Mann auf dem Mond landen zu lassen. Ich werde es nie vergessen; ich stand neben meinem Vater, ein paar Meilen vom Raketenstartplatz entfernt und wartete, daß die gigantische Saturn-5-Rakete, Apollo-11, in den Himmel lancieren würde. Ich war 21 Jahre alt und hatte einen Monat vorher das College beendet - 3 Wochen später meldete ich mich bei der Armee.
Diese Minuten werde ich niemals vergessen. Die Kraft und die Vibration der gigantischen Rakete erschütterten meinen ganzen Körper. Ich sah zu, wie die Rakete aufstieg, erst langsam und dann mit großer Geschwindigkeit, der Lärm war ohrenbetäubend. Wir reckten unsere Hälse, um ihren Weg zu verfolgen - bis wir geradewegs in den Himmel blickten. Dann, 4 Tage später, verfolgte ich wie Millionen andere auch, wie Neil Armstrong einen kleinen Schritt auf die Mondoberfläche machte und damit die Geschichte der Menschheit veränderte.
Wir müssen unsere Nation ermutigen, ein anderes neues Ziel zu erreichen, das die Weltgeschichte verändern wird. Unsere gesamte Zivilisation ist davon abhängig, daß wir uns auf einen neuen Weg der Erforschung und Entdeckung begeben. Unser Erfolg hängt davon ab, ob wir willig sind, als Menschen diesen Weg zu gehen und ihn in 10 Jahren zu beenden. Noch einmal haben wir die Gelegenheit, einen Riesenschritt für die Menschheit zu machen.
Here's the curious thing about the head of the Vatican's astronomical observatory saying there's a strong likelihood that extraterrestrial beings exist and that they are part of God's plan: not the "what," but the "when," as in "why now?"
Newsweek
May 15, 2008